1. Einleitung
Die Auswahl der richtigen Platin-Silikonhärte ist nicht nur ein technischer Schritt – es ist die entscheidende Entscheidung, die über Erfolg oder Misserfolg Ihres Formbauprojekts bestimmt. Die richtige Wahl sorgt für eine präzise Detailwiedergabe, einfaches Entformen und eine lange Formlebensdauer, während die falsche Wahl zu gerissenen Formen, beschädigten Abgüssen sowie frustrierendem Material- und Zeitverlust führen kann.
Für Gestalter, die mit Harzen, Kerzen, Seifen, Gips oder Beton arbeiten, ist die Orientierung an der Shore-A-Härteskala entscheidend. Dieser Leitfaden macht den Bereich von extrem weichem 0A bis festem 40A verständlich,
und bietet Ihnen ein klares, anwendungsorientiertes Schema, um die perfekte Silikonhärte Ihrem spezifischen Projekt anzupassen und so jedes Mal professionelle Ergebnisse zu erzielen.
2. Verständnis der Shore-A-Härte: Es ist mehr als nur „weich“ oder „hart“
Die Shore-A-Härte misst den Widerstand eines Materials gegen Eindrückung. Bei Platin-Silikon definiert diese Skala von 0A bis 40A ein Spektrum physikalischer Eigenschaften:
- Niedrige Werte (0A–15A): Stellen sehr weiche, hochflexible und leicht dehnbare Silikone dar. Sie zeichnen sich durch hervorragende Abformung feinster Details aus.
- Mittlere Werte (20A–30A): Bieten ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Festigkeit und ermöglichen eine exzellente Detailwiedergabe bei guter Haltbarkeit.
- Hohe Werte (35A–40A): Kennzeichnen festere, steifere Silikone, die hochreißfest sind und unter Druck ihre Form besonders gut behalten.
Wesentlich ist, dass die Härte direkt mit anderen Schlüsseleigenschaften korreliert. Weichere Silikone (z. B. 10A) weisen typischerweise eine sehr hohe Dehnbarkeit (starkes Ausdehnungsvermögen) auf, können aber eine geringere Reißfestigkeit haben. Festere Silikone (z. B. 40A) besitzen höhere Zug- und Reißfestigkeit, sind dadurch haltbarer, jedoch weniger flexibel beim Entformen komplexer Formen.

3. Der Projektpartner: Auswahl der richtigen Härte für Ihre Anwendung
Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Übersicht, wie Sie die optimale Härte im Bereich 0A–40A für gängige Gießanwendungen auswählen.
① Kleine, detaillierte Harzformen (Schmuck, Anhänger, Miniaturen)
Diese Projekte erfordern eine fehlerfreie Reproduktion von Details und ein leichtes Entformen oft empfindlicher Abgüsse.
- Empfohlener Bereich: 10A bis 20A
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Warum es funktioniert: Silikone in diesem Bereich, wie 15A oder 20A, sind weich genug, um sich sanft zu dehnen und aus komplexen Hinterschneidungen und feinen Texturen zu lösen, ohne zerbrechliche Harzstücke zu beschädigen. Ein 10A-Silikon ist ideal für extrem komplexe Designs mit tiefen Hinterschneidungen, während 20A etwas mehr Robustheit für häufige Anwendungen bietet.

② Große Harzformen (Tischplatten, Skulpturen, große Dekoration)
Die Haupt herausforderung besteht darin, das Gewicht und Volumen des Harzes zu tragen, ohne dass sich die Form verzieht oder ausbeult.
- Empfohlener Bereich: 25A bis 35A.
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Warum es funktioniert: Ein mittelfestes Silikon wie 30A oder 35A bietet die notwendige strukturelle Stabilität, um seine Form beim Gießen großer Mengen beizubehalten. Es widersteht Verformungen und bietet dennoch ausreichend Flexibilität, um größere Abgüsse problemlos zu entformen. Für einfachere Formen kann 40A für maximale Dimensionsstabilität verwendet werden.

③ Kerzenformen
Wachs zieht sich beim Abkühlen zusammen, und Formen müssen flexibel sein, um die Kerzen leicht zu entnehmen, und gleichzeitig hitzebeständig bleiben.
- Empfohlener Bereich: 15A bis 25A.
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Warum es funktioniert: Silikon mit einer Härte von 20A bietet die ideale Balance. Es ist flexibel genug, um Kerzen durch Biegen der Form mühelos herauszulösen, selbst bei leichten Hinterschneidungen. Gleichzeitig behält es eine hervorragende Hitzebeständigkeit für wiederholtes Giessen. Weicheres 15A eignet sich gut für sehr detaillierte Stumpfkerzen.

④ Seifenformen (Schmelz-und-Giess, Kaltverfahren)
Seifenformen müssen potenzielle Alkalität (beim Kaltverfahren) aushalten und eine saubere Entnahme ermöglichen, um scharfe Kanten beizubehalten.
- Empfohlener Bereich: 20A bis 30A.
- Warum es funktioniert: Silikon mit einer Härte von 25A ist eine vielseitige Wahl. Es ist fest genug, um Seifen mit geraden Seiten und scharfen Ecken herzustellen, und dennoch flexibel für eine einfache Entnahme. Für langlebigere Formen, die für die Serienproduktion vorgesehen sind, bietet 30A eine höhere Lebensdauer.

⑤ Gips- und Betonformen
Dies sind die anspruchsvollsten Anwendungen. Die Materialien sind schwer, abrasiv und erzeugen während der Aushärtung Wärme.
- Empfohlener Bereich: 30A bis 40A.
- Warum es funktioniert: Für Gips bietet ein 35A-Silikon eine hervorragende Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzung durch das abrasive Material. Für Beton sind die festesten Optionen am besten geeignet. Ein 40A-Silikon wird aufgrund seiner überlegenen Reißfestigkeit, Abriebbeständigkeit und Fähigkeit, unter dem Gewicht und der Belastung von Beton präzise Abmessungen beizubehalten, dringend empfohlen. Es verlängert die Lebensdauer der Form erheblich bei mehrfachen Güssen.

4. Profi-Tipps zur Auswahl und Anwendung
- Im Zweifelsfall testen: Der beste Weg, um sicherzugehen, ist, eine kleine Testform mit einem Reststück Ihres Modells anzufertigen. Dies zeigt das Entformverhalten und die Qualität des endgültigen Gusses.
- Berücksichtigen Sie die Modellkomplexität: Je mehr Hinterschneidungen und tiefere Details Ihr Modell aufweist, desto weicher sollten Sie innerhalb des empfohlenen Bereichs wählen (z. B. 15A statt 20A für Harz).
- Denken Sie an die Produktionsmenge: Für einen einzelnen Guss ist Flexibilität entscheidend. Für eine Form, die Sie mehr als 50-mal verwenden werden, sollten Sie sich dem festeren Ende des Bereichs zuwenden, um eine größere Haltbarkeit zu erreichen (z. B. 30A statt 25A für Seife).
- Verwenden Sie eine Formschale für weiche Silikone: Bei der Verwendung sehr weicher Silikone (0A–15A) für große oder schwer zu gießende Projekte, fertigen Sie eine starre „Mutterform“ (aus Gips, Kunststoff oder einem 40A-Silikon) darum an. Diese stützt die flexible Innensilikonform und verhindert Verformungen beim Gießen.
- Kombinieren Sie Viskosität mit Härte: Beachten Sie, dass Silikon auch in verschiedenen Viskositäten (Dicken) erhältlich ist. Für hochdetaillierte Modelle fließt ein niedrigviskoses (dünnflüssiges) Silikon wie 10A oder 15A in jeden Winkel. Für größere, flachere Formen ist ein hochviskoses (dickflüssiges) 30A- oder 40A-Silikon einfacher zu verarbeiten und läuft nicht weg.
5. Fazit: Härte ist Ihr kreatives Werkzeug
Die Wahl der richtigen Platinsilikon-Härte zwischen 0A und 40A ist eine strategische Entscheidung, die Ihre Arbeit verbessert. Indem Sie verstehen, dass 10A Ihre Geheimwaffe für unmögliche Details ist, 25A Ihr zuverlässiger Allrounder und 40A Ihr robustes Arbeitstier für Beton, wechseln Sie vom Raten zum gezielten Handeln.
Lassen Sie die spezifischen Anforderungen Ihres Projekts – das zu gießende Material, die Komplexität Ihres Modells und die benötigte Stückzahl – Ihre Entscheidung leiten. Mit diesem Wissen und unserer präzisen Palette an Platinsilikonen sind Sie bestens gerüstet, Formen herzustellen, die nicht nur Werkzeuge sind, sondern die Grundlage für makellose und erfolgreiche Kreationen bilden.